Frisch, Max: Mein Name sei Gantenbein
Montag, den 01. September 2008 um 21:08 Uhr
Mal wieder ein Buch für den Mann um die 40. Man sollte es besonders seiner eigenen Frau besser nicht zu lesen geben, denn es stehen doch hilfreiche Dinge im Umgang mit der besseren Hälfte drin. Ob Mann das gut findet, das sei dahingestellt. Ich habe es hier und da ein bisschen ausprobiert und kann sagen, es funktioniert. Zumindest wenn einem am häuslichen Frieden sehr gelegen ist.
Max Frisch erzählt und überlegt eigentlich die ganze Zeit im Konjunktiv, daher auch der Titel. Es ist also alles nur ein Spiel in der Fantasie. Die Grenze zur Realität verschwimmt allerdings oft. Wenn man sich zu weit gewagt hat, holt Max Frisch den Leser mit den Worten "Ich stelle mir vor" wieder in die Fiktion. Er ist auf wunderbare Ideen gekommen. Die Hauptfigur Gantenbein zum Beispiel spielt einen Blinden. Mit sagenhaftem Erfolg.
Es ist ein Buch mit vielen, auch philosophischen Facetten. Ausgezeichnet und mit viel Genuss zu lesen.