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Duras, Marguerite: Der Liebhaber |
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Mittwoch, den 21. Januar 2009 um 15:44 Uhr |
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Ich glaube nicht, dass der Regisseur, Jean-Jacques Annaud, des gleichnamigen Films das Buch gelesen hat. Vielleicht wurden ihm in einer Männerrunde die "interessanten" Stellen erzählt. Auch die Hauptfiguren, die meiner Erinnerung nach im Film eher sehr attraktiv sind, entsprechen kaum der Darstellung im Buch. Überhaupt scheint mir das Buch eher unverfilmbar. Die Autorin erinnert sich. Bruchstücke, Fragmente, Eindrücke, manchmal kurze Handlungen. Nicht nur der Leser hat Schwierigkeiten eine Chronologie herauszuarbeiten, selbst die Autorin ist sich unsicher, wo Ihre Erinnerungen einzuordnen sind, ob sie überhaupt in dieser Form richtig sind. Es ist lange her. Die Familienbeziehungen bzw. Nichtbeziehungen stehen im Vordergrund. Die nach Aussage der Tochter wahnsinnige Mutter, der gewalttätige ältere Bruder, der von der Tochter so geliebte kleinere Bruder. Es scheint keine Form von Gefühlsaustausch zu geben. Daher ihr Verhältnis mit dem Chinesen? Das ist vielleicht eine Möglichkeit. Sie selbst meint am Schluss, ihn vielleicht doch geliebt zu haben? Ein facettenreiches Buch, dass mehr verdient hat als das Filmklischee.
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