Roth, Philip: Täuschung
Montag, den 05. September 2011 um 14:22 Uhr

Roman würde ich das Buch "Täuschung" nun nicht unbedingt nennen. Es besteht im Wesentlichen aus Gesprächsfragmenten zwischen einem Schriftsteller und seiner Geliebten. Die sind durchaus lesenswert. Neben Ehe- und Beziehungsproblemen geht es auch um politische und gesellschaftliche Themen. Jude versus Amerikaner, Jude versus Brite, Brite versus Amerikaner, Tschechien im Ostblock und vieles mehr. Interessante Überlegungen und Meinungen. Was jedoch den besonderen Reiz dieses Buches ausmacht, ist die Tatsache, dass nie klar ist, ob er all diese Dialoge erfunden hat, oder einfach nur aufgeschrieben. Das wird auch zum Streitpunkt mit seiner Frau, die sein Notizbuch findet und verständlicherweise sehr eifersüchtig reagiert. Allerdings muss man sich hier genauso fragen: Erfunden oder wahr? Sicherlich von Beidem etwas, wie er es selbst behauptet.