"Un soir de neige"
Sonntag, den 27. Dezember 2009 um 20:16 Uhr

Eigentlich war der Titel der beiden Konzerte des Kammerchor Elberfeld "Wolcum Yole". Aber besonders beim zweiten Konzert am letzten Sonntag in Wuppertal in St. Johann Baptist war der Programmpunkt "Un soir de neige" sehr treffend. Hatte es doch den ganzen Tag geschneit. Teilweise bis zu 30 cm Neuschnee bei ca. minus sechs Grad Celsius. Das hat uns nicht nur wenig Zuhörer beschert. Auch einige Chorsänger kamen nicht durch den Schnee. Die Harfinistin hatte ebenfalls Anreiseschwierigkeiten und kam erst mit einigen Minuten Verspätung an.

Damit sie nicht allzu viel Stress hatte und in Ruhe stimmen und sich einspielen konnte, stellte ich den Programmablauf kurzer Hand um. Wir begannen mit "Un soir de neige" von Poulenc, sangen dann das Proprium der dritten Weihnachtsmesse von Byrd im Wechsel mit der "Messe en style ancien" von Langlais. Dann das Harfensolostück von Louis Spohr und zum Schluß "A ceremony of Carols" von Britten. Wegen der vielen nicht gekommenen Zuhörer sind wir dabei ein Nachholkonzert zu planen. Der 24. 1. 2010 ist angedacht.

Ich denke, wir haben das Beste aus der etwas schwierigen Situation gemacht. Da zwei Tenöre nicht kommen konnten, musste ich Dirigieren und den Tenor mitsingen. Deswegen kann ich nicht wirklich beurteilen, wie das Gesamtergebnis ausgefallen ist. Ich fand aber, dass der Byrd und der Langlais sehr gut gelangen. Vielleicht sogar besser als am Tag zuvor in Alt-Erkrath. Der Poulenc am Anfang des Konzertes war doch irgendwie ein Kaltstart und litt auch etwas unter der dezimierten Besetzung. Der Britten lief gut. Ich hatte bei der Programmumstellung nicht an die Soli beim Britten gedacht, muss ich zu meiner Schande gestehen. Für die war es natürlich ungünstig, dass sie vorher schon alle anderen Stücke gesungen hatten. So waren sie bei den Soli nicht mehr ganz so frisch. Aber das hat bestimmt keiner gemerkt. Hier nochmal mein Dank an alle Solosänger: DANKE!

Die Abstimmung mit der Harfenistin, Sarah Günnewig, hat von der ersten Probe an reibungslos funktioniert. Das war für mich eine große Erleichterung, habe ich doch bei vergangenen Konzerten schon einige schlechte Erfahrungen sammeln können. Sie hat den Britten in meinem Sinne und mit viel Aufmerksamkeit für den Chor gespielt. Auch bei dem Solostück konnte sie mit ihren Fähigkeiten beeindrucken.

Am Tag zuvor waren wir bei sibirischer Kälte in Alt-Erkrath. Die Kirche St. Johannes der Täufer war aber gut geheizt. Der Chor hat wie immer konzentriert und engagiert gesungen. So würde ich mir das auch mal in den Proben wünschen, dann kämen wir noch ein paar Schritte weiter. Ich kann mich aber über das Resultat wirklich nicht beschweren. Nur der Byrd geriet mir in der Klanggebung zu dicht. Das Publikum dankte uns mit langem Applaus, so dass wir um eine Zugabe nicht herumkamen. Wir kommen gerne wieder nach Alt-Erkrath.