Presse

Konzerte des Kammerchor Elberfeld

 

Kritiken des Konzertes am 08.01.2012 in St. Christophorus, Wuppertal

Ein etwas ungewöhnliches Konzert
Kammerchor Elberfeld präsentierte "Wolcum Yole"

(Ba./dol)?"Eigentlich war es noch ein Weihnachtskonzert. Wer aber unter "Wolcum Yole" – so der Titel der Veranstaltung des Kammerchores Elberfeld in der St. Christophorus-Kirche am Schliemannweg – traditionelle Weihnachtslieder erwartete, wurde schnell eines Besseren belehrt. Denn allein die Auswahl der Komponisten versparch eher moderne Klänge, deren Harmonien nicht jedermanns Sache sind.

Schon der Beginn des Konzertes war spektakulär. Mit der "procession" der "Ceremony of Carols", einer Sammlung von Carols für dreistimmigen Frauenchor und Harfe von Benjamin Britten, zogen die Sängerinnen wie eine Schar von Mönchen mit an die Gregorianik angelehnten Klängen in die Kirche ein. Die Stimmung wurde gleich weihnachtlich festlich. Jedes weitere Stück erzählte einen eigenen Teil der Weihnachtsgeschichte – eindrucksvoll interpretiert von den Damen des Kammerchores. Unterstützt wurde der Chor an der Harfe durch Sarah Günnewig, die es auch im Solopart meisterlich verstand, mit ihrem Instrument Klänge zu entlocken, die an kalte Winternächte mit funkelnden Sternen, flirrendem Schnee oder flackernde Nordlichter erinnerten.

Konzentration war – nicht nur beim Chor – angesagt im zweiten Teil, als die Musik aus zwei völlig verschiedenen Stilepochen verquickt wurde. Stücke aus zwei Weihnachtsmessen – eine vom englischen "Father of music" William Byrd (1534-1623), die andere von Jean Langlais (1907-1991) – wurden abwechselnd vorgetragen. Dem Chor (Leitung Georg Leisse) gelang es trotz einiger schwieriger Passagen, die Weihnachtsstimmung der Messen auch noch im Januar aufleben zu lassen.

Der Schluss des Konzertes allerdings ließ sicherlich einige Zuhörer etwas verstört zurück. Denn mit dem Gedichtzyklus "Un soir de neige" (Ein Schneeabend) von Paul Eluard, entstanden 1944 und vertont von Francis Poulenc, wurde ein düsterer kalter Kriegsabend in einem verschneiten Wald heraufbeschworen. Nicht nur die Texte machten die Einsamkeit und Verlorenheit des Menschen im Krieg deutlich, auch die Musik von Poulenc ließ frösteln. Dem Chor gelang es, diese trostlose Stimmung zu transportieren. Am Ende eines ganz besonderen Weihnachtskonzertes sicher ungewöhnlich, die Gäste aber honorierten diese Musikauswahl mit langanhaltendem Applaus."
Sonntagsblatt Ronsdorf, Ausgabe 2 – 15. Januar 2012

Zehn kleine Lobgesänge und eine Messe im alten Stil
Der Kammerchor Elberfeld präsentierte in St. Christophorus ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm.

"Mit seinem ersten Konzert im neuen Jahr unternahm der Kammerchor Elberfeld einen Ausflug auf die Südhöhen. Ein anspruchsvolles Programm mit Werken von Benjamin Britten, William Byrd, Jean Langlais und Francis Poulenc präsentierten die Sänger am Sonntag unter der Leitung von Georg Leisse in St. Christophorus am Schliemannweg.

Mit „A Ceremony of Carols“ für dreistimmigen Frauenchor, Soli und Harfe hat Benjamin Britten zehn kleinere Lobgesänge zusammengefasst und eingerahmt von einer Procession und einer Recession, also einem Einzug und einem Auszug. Einen stimmungsvollen Einstieg in das Konzert gestaltet der Kammerchor mit dem Werk.

Mit klarem A-cappella-Gesang ziehen die Chordamen in die Kirche ein und schreiten zum Altarraum, wo sich Harfenistin Sarah Günnewig bereits platziert hat, um die Lobgesänge feinsinnig zu begleiten. Aufmerksam und mit warmem Klang setzen die Sängerinnen die Stücke um und gestalten dabei auch beachtliche Soli. Nur gelegentlich sind Unsicherheiten vor allem bei der Intonation zu hören."

Der folgende Programmblock kombiniert Werke aus verschiedenen Epochen. Im Wechsel erklingen Teile aus einer Messe von William Byrd (1534-1623) und verschiedene Sätze aus einer „Messe im alten Stil“ von Jean Langlais aus dem 20. Jahrhundert. Als ein Zwischenspiel präsentiert die Harfenistin zart und konzentriert „Pastorale Variationen über ein altes Weihnachtslied“ von Marcel Samuel Rousseau. Für die Chorsänger stellt die Kombination der Werke im A-cappella-Gesang und mit einigen Solo-Passagen eine große Herausforderung dar, die sie mit einigen Einschränkungen gut meistern. Auch die Zuhörer sind gefordert durch den wechselreichen Ablauf. Den Abschluss bilden vier Sätze unter dem Titel „Un soir de neige“ (Ein Schneeabend) von Francis Poulenc, die der Chor überzeugend frisch und differenziert gestaltet.
Meike Nordmeyer, Westdeutsche Zeitung, 10.1.2012

 

Kritiken des Konzertes am 17.09.2011 in der ev. Kirche der Stiftung Tannenhof, Remscheid

Liedgesang aus Frankreich in Vollendung
" ... Georg Leisse, der den Chor engagiert seit fünf Jahren leitet, ist nicht nur Musikpädagoge und Dirigent, sondern auch ein sehr guter Pianist und außerdem ein begnadeter Rezitator, wie das aktuelle Programm deutlich zeigte. ... Außer den genannten französischen Komponisten trug der Kammerchor drei hochsensible Versionen von Liedern des amerikanischen Musikers Morten Lauridsen vor, der 1943 geboren ist. Außerdem beeindruckten die „Six Chansons“ von Paul Hindemith, kleine Wunderwerke der melodischen Vielfältigkeit mit Texten von R.M. Rilke. Der Kammerchor Elberfeld bestach in diesem Konzert durch Tonsicherheit, Flexibilität und sensibles Agieren. Auch Elisabeth Stoffels-Noll, die als Solistin hervortrat sowie Elena Zakharevitch (Klavier) fügten sich in diesem Rahmen nahtlos ein und trugen somit zu einem stimmungsvollen und erstklassigen Konzert bei. Nach dem letzten Pro­gramm­punkt, Gabriel Faurés „Les Djinns“, dankte das begeisterte Publikum dem Chor mit langanhaltendem Applaus.
Sonntagsblatt regional, Ausgabe 39.2012 http://www.sonntagsblatt-online.de

 

"Unter dem Titel "A Nicolette" präsentierte der Kammerchor Elberfeld am Samstagabend in der gut besuchten Kirche der Evangelischen Stiftung Tannenhof ein Konzert mit französischen Chansons.
Weit gefehlt, wer die bekannten Melodien von Edith Piaf oder Charles Aznavour erwartet hatte, denn Chorleiter Georg Leisse setzte auf die "Urväter" des modernen Chansons: Mit Ravel und Debussy erklang Musik des späten 19. Jahrhunderts, die nur selten im Konzert zu bewundern ist.
Die Werke zeichnen sich aus durch rhythmisches Raffinement, durch harmonischen Reichtum und sprachliche Pikanterie. Eine Herausforderung, sowohl für die Zuhörer als auch für die Sängerinnen und Sänger. Der Kammerchor Elberfeld demonstrierte am Samstag einige seiner Tugenden, wie den homogenen Gesamtklang, die vokaltechnisch exakte Arbeit und die musikalische Konzentration auf den Dirigenten. (...)
Elisabeth Stoffels (Sopran) interpretierte einige Lieder von Chaminade und Debussy. (...) zu Faurés "Les Djinns" Packend in ihrer Dynamik die Darstellung der sich vor dem Geistersturm fürchtenden Küstenbewohner, herrlich die kontrollierte Stimmgewalt in den großen Aufschwüngen. (...)"
Remscheider Generalanzeiger, Dienstag, 20.09.11

Die vollständige Kritik unter www.kammerchor-elberfeld.de

 

Kritik des Konzertes am 28. 06. 09 in der Alten Kirche Wupperfeld in Wuppertal

Kammerchor Elberfeld: Trauermusik, Tränen und ein Triumph
Der Kammerchor Elberfeld überzeugt in der Alten Kirche Wupperfeld im Zusammenspiel mit der restaurierten Orgel.
... Den Auftakt des Konzertes bildet eine hörenswerte Kombination: Der Organist spielt im Wechsel Sätze aus der Partita sopra "Jesus meine Freude" von Johann Gottfried Walther (1684-1748) und eine Auswahl der Choralvariationen "Jesu meine Freude" von Karl Höller (1907-1987).
Die Orgel ertönt in leuchtenden Klangfarben. Leisse entwickelt präzises, feinsinniges Spiel, reichhaltig registriert und meist in zügigen Tempi. Entsprechende Sätze des Barock-Komponisten Walther lässt Leisse aber auch im gemessenen Tempo in schönen Bögen hören. Die Verschränkung der beiden Werke aus unterschiedlichen Zeiten bietet ein anregendes Klangerlebnis.
Im Anschluss daran trägt der Kammerchor vier Motetten aus der 1648 entstandenen geistlichen Chormusik von Heinrich Schütz vor. Mit frischem Stimmklang gestalten die Choristen unter der Leitung von Leisse die Werke transparent und gehaltvoll. Lediglich bei "Die mit Tränen säen" gerät der Anfang ein wenig wackelig, und auch im Verlauf sind kleine Unsicherheiten zu hören. Doch abgesehen davon erklingt der Psalm innig und schön elegisch.

Mit dem Symphonischen Choral "Jesu meine Freude" von Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) führt der Organist dann in die Spätromantik. ... In drei großen Sätzen hat Karg-Elert sein Werk angelegt. Die Orgel tönt mächtig, regelrecht orchestral. Leisse entwickelt eine differenzierte, immer wieder auch zurückgenommene Umsetzung.
Den Abschluss bildet die Motette von Johann Sebastian Bach. ... Wie im gesamten Konzert überzeugt der Chor auch hierbei mit einem sorgsamen Umgang mit dem Text und dementsprechend guter Verständlichkeit.
Die Zeilen "Trotz dem alten Drachen, trotz des Todes Rachen, trotz der Furcht darzu!" stimmen die Sänger impulsiv an. Lassen sich zwar noch kleine Unsicherheiten bei der Intonation hören, so gelingt insgesamt eine sehr beachtliche, klanglich ausgewogene Aufführung der anspruchsvollen Bach-Motette.
Meike Nordmeyer, Westdeutsche Zeitung, Donnerstag, 02. 07. 09
Die vollständige Kritik unter www.kammerchor-elberfeld.de

 

Kritik des Konzertes am 22. 11. 2008 in St. Suitbertus, Remscheid

Madrigale von Orlando di Lasso in St. Suitbertus

"... Orlando di Lasso, einer der berühmtesten Komponisten der Renaissance, schrieb zu meditativen Texten über die 21 Tränen des Petrus kunstvolle Madrigalkompositionen, die wie Andachtsbilder jeweils einen besonderen Aspekt der Trauer und des Nachdenkens über Verleugnung und Verrat beschreiben. Der versierte Kammerchor Elberfeld führte unter der Leitung von Georg Leisse dieses 21-teilige Werk "Lagrime di San Pietro" in der Kirche St. Suitbertus am Vorabend zum Ewigkeitssonntag auf.
Er hatte als Einzelstimmen in die nahezu solistisch singenden Sängerinnen und Sänger sieben Instrumentalisten aufgenommen, die nicht als Orchester den Chorgesang begleiteten, sondern in die vielstimmige, kunstvoll sich durchdringende Polyphonie mit hineingenommen wurden. Es entstanden so höchst abstrakt wirkende Musikgewebe, die immer tiefer in das geistliche Geschehen um Reue und Buße hineinführten, ohne lautmalerisch Gefühle zu gestalten. Zäsuren in der anstrengenden Konzentration schufen die Lesungen von Texten europäischer Autoren durch Andreas Durban, die in der hallenden Akustik der
Kirche St. Suitbertus leider teilweise verloren gingen. Es ging um Musik in reinster Form, um Gleichberechtigung der Stimmen untereinander, um ohne jegliche Hierarchie vollkommen frei sich verschlingende, zusammen und auseinanderführende Konstruktionen. Tiefe, wohlklingende Farbschichten entstanden, hohe, kristalline Strukturen in diesem kunstvollen Zusammenspiel der Instrumente und der lateinisch gesungenen Texte, die hilfreich übersetzt im Programm zu lesen waren."
Gisela Schmoeckel , Bergische Morgenpost, Montag, 24.Nov.08

Die vollständige Kritik unter www.kammerchor-elberfeld.de

 

Kritik des Konzertes am 23. 02. 2008 in der ev.-luth. Kirche, Radevormwald


" ... Hauptsächlich Werke des englischen Komponisten Sir Edward Elgar intonierten die Sänger und Sängerinnen - und sie beeindruckten mit ihrer Stimmgewalt. ... Den Anfang machten die "Lateinischen Motetten op. 2". Das "Ave verum corpus" erfüllte die Kirche, das Kirchenschiff wurde zu einem wunderbaren Klangkörper der viel-oktavigen Stimmen. Das "Ave Maria" beeindruckte anschließend. Begleitet wurde der Chor von Christoph Hamm an der Orgel. Mit dem "How calmly the evening" wechselten die Sänger ins Englische und in den A-cappella-Gesang. Georg Leisse dirigierte das 26-köpfige Ensemble, setzte dabei pointierte Zeichen und klangvoll folgten ihm die Stimmen. ...
Harmonisches Timbre der Chorstimmen
Mit den zarten Klängen des "Prevent us, oh lord" zeigten die Chorstimmen abermals ihr harmonisches Timbre. ... Standforts Opus "Glorious ans powerful god" komplettierte schließlich den klangvollen musikalischen Bogen an diesem Abend.
Ein Abend, der die Besucher innehalten ließ und dem Zuhörer viele besinnliche Momente schenkte."
Claudia Radzwill, Remscheider Generalanzeiger, Dienstag, 26.Feb.08

Die vollständige Kritik unter www.kammerchor-elberfeld.de

 

Kritik des Konzertes am 19. 11. 2006 in St. Laurentius, Wuppertal

"... Passend zum kalten Herbstwetter und Volkstrauertag gestaltete der Kammerchor Elberfeld in der Kirche St. Laurentius ein eindrucksvolles Konzert rund um das mittelalterliche Bild vom tanzenden Tod. ... . Distlers extravagante, trockene und doch unmittelbar berührende Chor- Miniaturen unter dem Dirigat ihres neuen Leiters Georg Leisse sehr präzise, bedacht auf totale Ausgewogenheit der Stimmen, wenn auch manchmal mit etwas zu viel Vorsicht in den Höhen und beim Ausloten der dynamischen Extreme. Die beiden Ecksätze aus der "Missa brevis" von Palestrina rahmten mit ihrer strahlenden Wärme Distlers kühle Farbigkeit ein. Vor allem im abschließenden "Agnus Dei", das die Sänger betont langsam und voller Ruhe interpretierten, bestach dieser Kontrast. ... . Aufbegehren gegen den unausweichlichen Tod, das immer wieder bei Distler durchbricht, innerer Frieden wie bei Palstrina - zwischen diesen Polen bewegt sich die menschliche Reaktion auf den tanzenden Tod. Dies in Text und Musik zu bündeln, gelang dem anspruchsvollen Themenkonzert des Kammerchors Elberfeld auf bestechende Weise."
Sebastian Pantel, Westdeutsche Zeitung (WZ), Dienstag, 21.Nov. 2006

Die vollständige Kritik unter www.kammerchor-elberfeld.de