Kurzurlaub in Oslo
Samstag, den 18. April 2009 um 14:40 Uhr

Ein nachösterlicher Kurzurlaub führte uns nach Oslo. Das ist sicher nicht die ideale Jahreszeit, um sich dieser Stadt zu nähern, aber es musste sein.

Schon beim Anflug auf den ziemlich außerhalb, und deshalb auch höher liegenden Osloer Flughafen schwante uns, dass der in Köln machtvoll eingezogene Frühling in Oslo noch Probleme hat. SCHNEE - und nicht zu knapp. In Oslo selbst gab es ihn zwar nur noch in Form ehemaliger Schneehaufen, z. B. vor dem Schloss, oder in schattigen Nordlagen, aber die Farbe grün war noch sehr unterrepräsentiert. Die Natur wartete noch auf den entscheidenden Anstoß, die deutlich sichtbaren Knospen zu öffnen.

Olafplatz Oslo selbst machte auf mich einen spröden Eindruck; sehr gewöhnungsbedürftig und absolut keine schöne Stadt. Sicher, das Wetter war nicht auf Seiten der Stadt. Andererseits ist es für jede Stadt leicht, an einem schönen, warmen Sommertag den Besuchern zu gefallen. Zugegeben - ich habe längst nicht alles gesehen. Aber oft zählt ja doch der erste Eindruck.

Vieles hat mich an osteuropäische Städte, oder auch Belgien erinnert. Eine gewisse Sorglosigkeit im Umgang mit den Straßen, den Häusern, den kleineren Grünflächen. Gerade außerhalb der City hat man den Eindruck einer gewissen Armut und vielleicht fehlender Kaufmöglichkeiten, um die Stadt schöner zu gestalten. Das ist aber Blödsinn. Norwegen und auch Oslo hat genug Geld. Auch die meisten Norweger verdienen ganz ordentlich. Es scheint eher ein Lebensmodell zu sein. Wenn man abends in die Fenster schaut, kann man auch sehen, dass es den meisten Menschen gut geht. Schöne Küchen, attraktive Einrichtungen etc.. Nur außerhalb der eigenen vier Wände scheint der Anspruch ein anderer zu sein. Mir ist es schwer gefallen, ein Gefühl für diese Stadt zu bekommen. Mal sehen, ob für mich aus der Spröden irgendwann noch eine Schöne wird!?

Rathaus Oper

Es wird auf jeden Fall massiv investiert. In der Stadt wird an vielen Stellen gebaut. Auch viele Wohnanlagen werden saniert. In zehn Jahren sieht es vielleicht ganz anders aus. Glanzpunkte sind schon jetzt das neue Opernhaus, das wirklich unglaublich faszinierend ist, geradezu atemberaubend (Hier gibt es weitere Eindrücke vom Opernhaus). Dann gefällt mir auch das Rathaus und der Platz dahinter - also auf der Seite zum Fjord, und natürlich das neue "Aker Brygge".

Aker Brygge

Ganz bezaubernd ist auch die "Akerselv". Ein kleiner Fluss, der vom nördlich gelegenen See "Maridalsvann", einem Trinkwasserschutzgebiet, durch Oslo in den Fjord fließt. Man kann wunderbar entlang der "Akerselv" spazierengehen. Sie wird meist auf beiden Seiten von einem Streifen Natur begleitet, mit schönen Fußwegen.

Jetzt noch zum Geld. Zwei Dinge, die in Oslo wirklich teuer sind: Lebensmittel (einschließlich Getränke) und Miete. Damit sind auch Restaurants, Cafes, Kneipen und Unterkünfte entsprechend teuer. Alle anderen Dinge sind, wenn überhaupt, nur wenig teuerer als bei uns.

Es werden noch viele Aufenthalte nötig sein, um mit dieser Stadt vertrauter zu werden.