Rhône-Alpes
Donnerstag, den 13. August 2009 um 15:53 Uhr

Wir sind ihr diesmal ziemlich nah gekommen, unserer persönlichen eierlegenden Urlaubs-Wollmilchsau.
Nachdem uns der Wanderurlaub im Cantal vor zwei Jahren so gut gefallen hatte, wir aber auch gerne mal Baden gehen, haben wir uns dieses Jahr für das Haute-Savoie entschieden. Nicht allzu weit vom Genfer See und nah genug an interessanten Wanderrouten sollte es sein.
Wir sind im "Vallée Verte" im Örtchen Habère-Lullin fündig geworden. Das ist ein Nachbarort vom unter Wintersportlern etwas bekannteren Habère-Poche.

Valle Verte


Wir hatten das erste Mal kein eigenes Ferienhaus, sondern eine Ferienwohnung, was in dieser Gegend sehr üblich ist und im Gegensatz zu den Preisen der dortigen Ferienhäuser auch deutlich günstiger. Dafür war diesmal auch richtig viel Platz, deutlich mehr, als wir sonst gewohnt waren. Außerdem waren ein großer Garten und eine Tischtennisplatte dabei.

Die Anfahrt war problemlos, abgesehen von Stop-and-Go vor Bern und der etwas zähen, weil langsamen Kurverei zwischen St. Gingolph und Evian-les-Bains. Wir konnten uns sogar den Luxus leisten, erst nach 11 Uhr aufzubrechen und trotzdem noch zu einer akzeptablen Zeit anzukommen. Unsere Ankunftszeit richtet sich immer nach zwei Gesichtspunkten: Der Ladenschlusszeit der Hypermarchés und der Restfahrtzeit vom Hypermarché zum Feriendomizil.
Den Hypermarché betreten wir eine halbe Stunde vor Ladenschluß (der meistens gegen 20 Uhr ist) und die Restfahrtzeit sollte nicht über einer Stunde liegen.
Wie immer wartete in der Ferienwohnung ein kleiner Willkommensgruß auf uns. Diesmal war es selbstgemachte Marmelade. Sehr lecker, wie sich schnell herausstellte.

Den nächsten Tag nutzten wir, um uns zu installieren und dem Wetter noch etwas Zeit zu geben. Dabei entdeckten wir das kleinste Kino, das wir je gesehen haben. Am Morgen war es leicht regnerisch, doch gewann die Sonne schnell die Oberhand.
Bis auf zwei etwas durchwachsenere Tage war das Wetter die ganze Zeit hochsommerlich. Abends wird es dort oben, immerhin auf 840m Höhe, allerdings kühl. Ein Pullover war obligatorisch sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden war.

KletterstelleFünfmal riefen uns die Berge zu einer Wanderung. Die waren alle formidable. Das Gebiet ist prädestiniert für alle Schwierigkeitsgrade.
Wanderberichte gibt es unter der Rubrik: Wandern -> Genfer-See-Alpen.

An den anderen Tagen erkundeten wir die nähere Umgebung, so z.B. die Cantons-Hauptstadt Boège - sehr klein und sehr hübsch mit einem schönen Markt jeden Dienstag, die "Gorges du Point du Diable" - beeindruckend, und natürlich Thonon-les-Bains am Genfer See. Das ist die nächste wirklich größere Stadt, mit allem was so dazugehört - très française. Auch ein Besuch im nahen Decathlon war obligatorisch.
Besonders das Freibad in Thonon hatte es uns angetan. Eine wunderschöne Anlage mit einem fantastischen Blick über den Genfer See. Neben den üblichen Freibadbecken, gibt es einen großen Bereich direkt im Genfer See mit einer schnellen Rutsche. Auch zwei Faulenzertage haben wir uns gegönnt.

Wir haben es weder nach Genf oder Lausanne geschafft, noch in das sehenswerte Städtchen Yvoire. Das muss bis zum nächsten Mal warten. Auf Evian-les-Bains hatten wir, zumindest ich, keine Lust. Schon auf der Hinfahrt haben mir die vielen deutschen Autokennzeichen und die mondäne Atmosphäre des Ortes wenig zugesagt.

Deutlich spürbar ist die Nähe zur Schweiz. Es ist alles etwas stärker durchorganisiert, mit mehr Vorschriften verbunden und weniger am "laissez-faire" orientiert. Uns hat es bisweilen gewundert, aber dann doch nicht wirklich gestört. Auch Frankreich entspricht nicht immer seinem Klischee.

Genfer See

Die Landschaft ist sehr beeindruckend. Auf der einen Seite der Genfer See auf ca. 370 m Höhe. Auf der anderen Seite in ca. 60km Luftlinie entfernt, das Mont-Blanc-Massiv bis 4810 m. Dazwischen eine sehr abwechslungsreiche Berg- bis Gebirgslandschaft. Besonders die Abbruchkante zum Genfer-See, z.B. der "Balcon des Mémises" bietet einen kolossalen Blick über den Genfer See, auf die Jura-Kette und auf der anderen Seite in die Berge. Etwas weiter nach Süden hat man auf fast allen Gipfeln das Mont-Blanc-Massiv im Panorama. Der Blick geht außerdem bis zu den 4000er-Gipfeln im Schweizer Wallis.

Mont Blanc

Was hat gefehlt?
1. Der Bäcker. Ich hatte vorher extra überprüft, ob wir diesmal ausnahmsweise einen Bäcker im Ort haben. Stand auch so auf der Seite des Ortes. Wir erfuhren allerdings dann kurz vorher, dass der vor wenigen Monaten zugemacht hatte. Da hatten wir aber schon gebucht.
2. Die Ferienwohnung war okay, aber ein eigenes Ferienhaus ist halt doch was anderes.

Momentan steht ein zweiter Urlaub in dieser Gegend ganz oben auf der Planungsliste. Vielleicht sogar mir Boot?

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