Unseren diesjährigen Urlaub könnte man unter dem Begriff Département-Hopping zusammenfassen. Eigentlich war unser Hauptziel der "Lac du Der" (größter künstlicher See Europas, ca. 4800 ha) und unsere Unterkünfte, Ferienhäuser über "Gites de France" , lagen in der Champagne, im Département "Marne". Der "Lac du Der" liegt aber schon in zwei Départements, nämlich in Marne und Haut-Marne. Bei unserem ersten Ferienhaus in Outines, war das nächste "Centre commercial" im Département Aube und die nächste größere Stadt im Département Haut-Marne, beim zweiten Ferienhaus in "Trois Fontaines" beides im Département Haut-Marne, während die Wanderungen vom zweiten Ferienhaus uns sogar ins Département Meuse (nicht lachen, das heißt wirklich so, auf deutsch: Maas) führten. Das Problem bei der Sache sind die Touristen Informationen. Es gibt eigentlich nur über das eigene Département Prospekte, Broschüren, Tipps, Hinweise etc.. Das heißt: Viermal die entsprechenden Informationen einholen bei einer maximalen Ausdehnung des besuchten Gebietes von höchstens 30km x 30km. Das war aber auch schon der einzige Negativ-Punkt in unserem Urlaub.
Die Ferienhäuser waren wie immer top. Das Wetter lud zum Baden im See (sehr schöne schattige Sandstrände) und am Ende der ersten Woche nutzten wir den bedeckten Himmel, um die außergewöhnlichen Fachwerkkirchen dieser Region anzuschauen und einige Städte der Umgebung zu besuchen.
Interessant außerdem, dass in der Region südlich und westlich des "Lac du Der" die Orte durch viel Fachwerk geprägt sind. In der Region um unser zweites Ferienhaus, gerade mal ca. 25 km nach Nord-Ost, gab es kein einziges Fachwerkhaus zu bewundern.
Auch zum Segeln kamen wir, da man am "Lac du Der" an einer Segelschule problemlos und günstig Segeljollen (frz.: Dériveurs) mieten kann. Auch wenn zum Mieten kein Segelschein erforderlich ist, sollte man das ohne gute Segelkenntnisse lieber sein lassen. Zur Verfügung stand die bei uns unbekannte Bootsklasse "Déclic". Sie ist sehr flach und unglaublich luvgierig, d.h. sie dreht immer in den Wind. Da ist ständiges Gegensteuern angesagt. Zudem fehlte der doch ganz praktische Verklicker zur Bestimmung der Windrichtung. Drehende Winde und hin und wieder eine Bö machten das Segeln spannend.
Außerdem besuchten wir einige Städte in der näheren Umgebung.
- Den Anfang machten wir mit Vitry-le-Francois, einer wirklich nicht sehenswerten Stadt. Wir mussten aber zur Bank und zur Post (Internet).
- Troyes ist ein ganzes Stück entfernt, aber eine sehr sehenswerte Stadt. Die vielen Fachwerkhäuser verbunden mit dem doch südländischen Flair sind schon etwas Besonderes. Außerdem gibt es in Troyes unzählige Designer-Outlets. Zudem war auch noch Schlussverkauf (Soldes): Super-billig. Aber nicht nur deshalb würden wir gerne nochmal nach Troyes zurückkehren.
- St.-Dizier war am Nächsten. Dort erledigten wir auch in den riesigen Hypermarchés unsere Einkäufe (Die Weinauswahl....!!!!!). Die Stadt ist weiter nichts Besonderes (immerhin schöner als Vitry-le-Francois), aber man hat den Eindruck, dort wird gelebt - und scheinbar ganz gut. Es gibt viele schöne Geschäfte, etliche Bars, fast keine Touristen und die Atmosphäre ist angenehm provinziell.
- Bar-le-Duc liegt schon nicht mehr in der Champagne, sondern gehört zu der Region Lorraine. Für Renaissance-Fans sicher ein außergewöhnlicher Ort, in der Oberstadt gibt es viel Renaissance-Architektur zu bewundern, ansonsten aber auch eher durchschnittlich, d.h. die Stadt ist weniger auf Touristen ausgerichtet, sondern auf die Franzosen, die dort leben und arbeiten.
Natürlich hatten wir auch eingeplant nach Reims und vielleicht sogar nach Nancy zu fahren. Das war aber alles weiter als gedacht und bei dem warmen bis heißen Wetter sind weder lange Autofahrten noch lange Stadtbesichtigungen erholsam. Auch der bestimmt wunderbare "Parc naturel régional de la montagne de Reims" muss auf ein nächstes Mal warten.
Von unserem zweiten Freienhaus in Trois-Fontaines aus machten wir auch zwei Wanderungen. Die französische Wandervereinigung bringt für die einzelnen Départements Wanderführer, sog. topo-guides, mit vielen Rundwanderwegen unterschiedlicher Länge heraus. Sie sind alle gut beschrieben und normalerweise gut markiert. Hin und wieder einen Blick in die detaillierten Karten der Wanderführer zu werfern, ist aber schon angebracht.
Tipp: Für ein ungetrübtes Kochvergnügen in den Ferienhäusern sollte man unbedingt ein oder zwei scharfe Messer oder einen Wetzstahl mitnehmen.