Rheinhöhenweg 1
Sonntag, den 09. November 2008 um 10:47 Uhr
Die schönen Wanderberichte meines Onkels haben mich angespornt, mal wieder selbst die Wanderstiefel zu schnüren und mich auf den Weg zu machen.
Ich nutzte einen der wahrscheinlich letzten wunderschönen Herbsttage dieses Jahres und wählte einen Teil des Rheinhöhenweges der linken Rheinseite. Ich wollte nicht allzuweit mit dem Zug anreisen, und so schien mir der Abschnitt Sinzig bis Andernach ganz gut geeignet. Die 23km Wegstrecke waren problemlos zu bewältigen. Die Markierung fast durchwegs optimal. Allerdings weicht sie wie fast immer von Routenbeschreibungen, z.B. die der Internetseite von Andernach, in einigen Punkten ab. Da ich diesmal auch nur eine Karte im Maßstab 1:50000 hatte, war ich manchmal etwas unsicher. Kurz vor Bad Breisig habe ich dann scheinbar eine Markierung übersehen und musste einen kleinen Umweg machen, der mich deutlich länger durch den Ort führte.

Die Wanderstrecke selbst ist von ihrer Qualität und ihrem Erlebnisfaktor sehr unterschiedlich. Wer vor allem die Natur und die Ruhe geniessen will, wird enttäuscht sein. Das Rheintal hat auch wirtschaftlich eine große Bedeutung. Besonders der Zug- und Autolärm ist über weite Strecken gut zu hören. Selbst die eigentlich wirklich fantastischen Ausblicke auf das Rheintal werden durch zahlreiche Industrieanlagen und durch den kanalisierten und einbetonierten Fluss getrübt. Wirklich wunderschöne und etwas anspruchsvollere Wanderpfade (leider relativ selten) wechseln mit zum Teil recht harten Wirtschaftswegen und für meinen Geschmack deutlich zu vielen Asphaltstraßen. Natürlich liegt das an der geographischen Beschaffenheit des Rheintals, seiner vielen Seitentäler. So bleibt einem nicht viel anderes übrig, als von Rheinort zu Rheinort zu wandern. Das heißt: Erst durch den Ort, dann kräftig nach oben, kurze Zeit später wieder kräftig nach unten, durch den nächsten Ort und so weiter. So entfernt man sich nicht weit genug von den Errungenschaften der Zivilisation.