Balcon des Mémises
Freitag, den 21. August 2009 um 07:37 Uhr

1674 m, 4 Std. (ohne Pause), 525 Höhenmeter

Zum Abschluss nahmen wir den "Balcon des Mémises" in Angriff. "Balcon" ist hier die Bezeichnung für die Abbruchkante der Nordalpen zum Genfer See hin. Besonders schön kann man das auf einem Satellitenfoto südöstlich von Genf sehen.

Die Anfahrt war wieder länger und führte uns durch den Wintersportort Bernex. Noch ein Stück weiter nach oben und wir parkten neben einem großen Ausflugslokal, zu dem auch die vielen Ausflügler strebten, die ebenfalls hier parkten. Wir schnürten die Wanderschuhe und machten uns allein auf den Weg.

Zuerst ging es entspannt um den "Mont César" herum. Einige Wanderer begegneten uns. Kurioserweise auch zwei Mädchen, die beide nur mit kurzer Hose und Bikinioberteil unterwegs waren. Seltsam! Noch seltsamer, als uns gegen Ende der Wanderung tatsächlich zwei Mädchen im BH entgegenkamen. Bizarre!

Wir erreichten die entscheidende Weggabelung und machten erstmal Rast. Auf einem Wegweiser stand "dangereux" für unseren Weg. Wir wussten auf Grund der Wegbeschreibung, dass eine Leiter auf uns wartete, vor der laut dem Autor schon Wanderer umgekehrt waren. Ich kannte Leitern beim Bergwandern von früher und sah darin jetzt eigentlich kein Problem.

Vor uns lagen knapp 400 Höhenmeter, die wir quasi am Stück bewältigen mussten. Es wurde steil, sehr steil. Dann kamen wir zur Leiter. Im Verhältnis zu der Geschichte am "Roche Parnal" erschien uns das als Kinderspiel. Also hurtig rauf. Wir kamen alle drei ohne Schwierigkeiten und ohne Herzklopfen oben an.

Weiter ging es - nicht mehr ganz so steil in schmalen Serpentinen über eine schöne Blumenwiese. Nur - der Abhang selbst war sehr steil - und kurz; denn nach wenigen Metern kam die senkrechte Felskante, die wir eben per Leiter überwunden hatten. So wiegten uns die Blumen in einer vermeintlichen Sicherheit. Konzentration war angesagt! ...und weiter den Berg hoch. Endlich war der erste Gipfel erklommen. Hier machten wir unsere zweite Rast mit Aussicht über den ganzen Genfer See.

Dann ging es nach einem kurzen flachen Stück zum letzten Anstieg und der "Pic des Mémises" war erreicht. Hier trafen sich die Bergspazierer in ihren Sandalen, denn unweit des Gipfels endete eine Seilbahnstation, die ältere Damen mit silberfarbenen Schläppchen und Männer in Sandalen auf den Berg spuckte, die das letzte Stückchen zum Gipfel mehr schlecht als recht zurücklegten. Mannomann! Und was ich ja überhaupt nicht leiden kann in so einer Umgebung - Kippen. Natur und Rauchen gehen für mich gar nicht zusammen.

Wir verließen diese Gesellschaft schleunigst Richtung Seilbahnstation. Hier standen zwei Möglichkeiten zur Diskussion. Eine Seilbahnfahrt nach unten mit anschließendem wieder 200 m Nach-oben-Wandern, oder zu Fuß weiter. Wir entschieden uns für die Füße. Leider war der Weg mal wieder katastrophal. Eine in den Berg gesprengte Schotterpiste für die Schiinfrastruktur. Scheußlich!! und schlecht zu gehen.

Auch das nahm ein Ende (hier begegneten uns besagte BH-Mädels), und nach einer kleinen Irritation fanden wir auch die Abzweigung, um am Fuß der "Balcon des Mémises" zurückzuwandern. Es war ein schöner Weg, relativ flach, mal durch Wald, mal über Wiese. Immer mit Blick auf die Felswände des "Balcon".

Nach fast fünfeinhalb Stunden erreichten wir müde unser Auto.

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