Monts du Cantal
Montag, den 23. Juli 2007 um 12:23 Uhr

Unsere Wanderungen im Cantal 2007

 


In unserem diesjährigen Urlaub haben wir uns in Frankreich eine Wanderecke ausgesucht: Die "Monts du Cantal". Die Berge sind die Überreste eines vor vielen Jahrmillionen explodierten Riesenvulkanes. Die höchsten Gipfel sind der "Puy Mary" (1783 m) und der "Plomb du Cantal" (1855 m). Sie bilden mit verschiedenen anderen Bergspitzen quasi den Kraterrand des übriggebliebenen Bergstockes. Von dort führen strahlenförmig Täler und Bergrücken in alle Himmelsrichtungen.

Wir haben uns auf unser gut ausgestattetes Ferienhaus (www.gites-de-france.fr) verlassen und uns vorher kein Wandermaterial - Karten und Wanderführer - besorgt. Die Wanderführer gab es tatsächlich im Ferienhaus und die Karte im Hypermarché. Später haben wir uns für Zuhause noch den Wanderführer "Volcan Cantalien" (www.chamina.com) gekauft. Den gibt es allerdings nur auf französisch.

Da wir mit dem Auto unterwegs waren und uns nicht mit dem französischen Nahverkehrssystem auseinandersetzen wollten, haben wir uns auf Rundwanderwege beschränkt. Darauf haben sich auch die französischen Wanderführer spezialisiert. Die Wanderungen sind je nach Dauer unterschiedlich - und sehr gut - markiert. Blau: bis zu zwei Stunden, Gelb: zwei bis vier Stunden, Grün: ab vier Stunden. Angegeben war immer die reine Wanderzeit ohne Pausen. Und das hat auch ziemlich genau gestimmt, selbst mit einem neunjärigen Kind, das sogar immer vorne weggewandert ist. Hier und da waren wir auf Grund des doch sehr feuchten Untergrunds und der vielen, manchmal gar nicht so leicht zu überwindenden Furten länger unterwegs. Das muss man halt immer mit einkalkulieren. Überhaut Kinder: Die Wanderungen waren alle absolut kinderfreundlich. Natürlich muss grundsätzlich Lust am Wandern existieren, aber die Routen machen es den Kindern leicht. Mal ein bißchen Asphalt, ein wenig Schotter, dann Gras, einen kleinen Bach hinauf, eine Furt überqueren, hier ein bißchen Kraxeln, dort ein paar Kühe vom Weg verscheuchen, hier über den Weidezaun steigen, dort ein Törchen öffnen, hier durch den Laubwald, eine kleine Lichtung mit Farnen und Ginster überqueren, wieder Blumenwiese, dann die vielen Matschstellen überwinden usw. - ein Kinderparadies. Einzige Bedingung: Mindestens 1,40 Meter Körpergröße. Jedenfalls bei unserem Wetter. Die Beinlänge ist doch entscheidend, ob man die eine oder andere Furt trockenen Fußes überwinden kann.

Man sollte sich auf jeden Fall eine gute Wanderkarte und die Routenbeschreibung zulegen. Es gibt hier und da Abweichungen, und man ist gut vorbereitet, falls die Markierung mal nicht so weitergeht wie beschrieben, bzw. wie auf der Karte zu erkennen. Durch Unwetter oder andere Einflüsse kann sich ein Streckenabschnitt schon mal etwas geändert haben.

Wir haben es nie geschafft zu eigentlich üblichen Wanderzeiten - also frühmorgens - aufzubrechen. Vor elf Uhr haben wir keinen Schritt gemacht. Das hat aber überhaut nichts ausgemacht. Die Mittagshitze, die man sonst ja gern schon in einiger Höhe genießen will, gab es auf Grund des nicht so sommerlichen Wetters gar nicht. Auch führte der Weg selten über ausgedehnte Almen, wo das hohe Gras die Hitze so sehr einfangen kann, sondern häufig durch Wald oder zumindest kleine Haine. So genossen wir Beides: Rumbummeln am Morgen und Wandern. Wer hat das sonst schon?


Zum "Einwandern" - haben wir uns eine kleinere Wanderung ausgesucht. Sie heißt "Le Mars" - der Name eines kleinen Flusses - und führt in dreieinhalb Stunden um "Le Falgoux". "Le Falgoux" liegt im "Vallée du Falgoux", einem der strahlenförmigen Täler. Die Anfahrt war unser erster Kontakt mit dieser Bergwelt und gleich ein Staunen. Wir mussten über "Salers" zum "Col de Neronne" (eine kleine Passhöhe) und dann hinunter ins "Vallée du Falgoux". Die Straße zwischen "Salers" und "Col de Neronne" führte uns immer knapp unter dem Bergrücken bleibend hoch über das Tal der "Maronne". Fantastische Aussichten ins Tal, aber auch auf die nahenden Berge. Wir mussten die Straße später noch öfter fahren; einmal in Wolken, die noch bis tief ins Tal reichten.

DIe Wanderung selbst beginnt vor der Kirche in "Le Falgoux". Nach kurzem Weg durchs Dorf geht es ein bißchen den Hang hinauf, durch einen kleinen Hohlweg, an verwilderten Gärten und alten Scheunen vorbei und immer höher den Hang hinauf, dann auf einem Art Höhenweg um's Dorf rum, wieder runter um die "Mars" zu überqueren und auf der anderen Seite etwas erhöht im Wald zurück nach "Le Falgoux". Unser Sohnemann hat gut durchgehalten - der letzte Kilometer war natürlich der Anstrengendste - die Schuhe hielten, was sie versprachen, und wir fuhren zufrieden wieder zurück zum Ferienhaus.


Die zweite Wanderung wurde wegen des nassen und kühlen Wetters noch kürzer. Eine "blaue" Wanderung von "La Bastide" aus. Darüber gibt es nicht viel zu sagen. Der Anfang war recht steil, es waren zwei Bäche zu überqueren - im Ersteren badete unser Sohn gleich seinen Schuh - und es regnete. Trotzdem war unser Filius super gelaunt, pfiff und sang die meiste Zeit vor sich her und wanderte immer vorne weg. Schön war's!


So, jetzt kommen wir zu den ernstzunehmenden Wanderungen.

"Le Puy Chavaroche"

"L'Elancèze"

"Les Fours de Peyre-Arse"